


Das Veröffentlichen der Jahresberichte im „TVN Blättle“ als Information an die TVN Mitglieder halte ich immer für eine gute Angelegenheit. Dabei möchte ich mich besonders bei meinen Sportfreunden des TVN 2. Weg Freitag bedanken. Sie besuchen mich, seit mehr als 4 Jahren täglich im Wechsel. Danke auch an meinen Sportfreund Peter Weber, der sich die Mühe macht, den Besuchsablauf zu organisieren. Deshalb vergleich ich meine Freunde des TVN 2. Wegs Freitag mit den Mitgliedern, die während einer Zeit von Inflation und Arbeitslosigkeit, Darlehen auf ihre Häuser aufgenommen haben, um in Ludwigsburg eine ausgemusterte Exerzierhalle zu kaufen und als Turnhalle in Neckarweihingen aufzubauen. Diese Halle dient heute noch, nach einigen Umbauten und Renovierungen, als Festhalle der Gemeinde und den örtlichen Vereinen. Meine Sportfreunde erinnern mich auch an uns TVN-Fußballspielern, die nach Ende des 2. Weltkriegs, als das Häuslesbauen wieder anfing, sich gegenseitig beim Aushub ihres Baugrunds halfen, um Kosten zu sparen. Trotz einer oftmals mehr als 40 stündiger Arbeitszeit in der Woche bei Tages- und Nachtarbeitszeit, immer mit der Devise, die in der Festhalle über der Bühne steht,
„ Großes Werk gedeiht nur durch Einigkeit“.
Meine Freunde des „2 Wegs Freitag“ lassen mich in freundschaftlicher Form am Vereinsleben und was in den Abteilungen passiert in vollen Umfang teilhaben. So fühle ich mich in der Gruppe noch voll integriert. Auch über die wichtigen Ereignisse in der Gemeinde halten sie mich auf dem Laufenden.
Der „TVN 2. Weg Freitag“ feiert nächstes Jahr sein 40 jähriges Bestehen. Ab der ersten Stunde mit unserem Sportfreund Manfred Walz als verantwortlicher Leiter der Gruppe und lange Jahre als Abteilungsleiter des zweiten Weges. Leider will er sich bei den nächsten Neuwahlen nicht mehr zur Verfügung stellen. „ Er wäre nun 75 Jahre alt geworden und möchte auch einmal nur aktives Mitglied in seiner zweiten Weg Freitagsgruppe sein“. Dabei habe ich Verständnis, denn ich weis von was ich schreibe, auch ich war über lange Zeit Leiter der Sängerabteilung. Doch kann ich mir vorstellen, dass sich im großen Kreis von Frauen und Männer vom TVN zweiter Weg eine geeignete Frau oder ein geeigneter Mann sich zur Verfügung stellt, um die Leitung des zweiten Weg im TVN zu übernehmen und aus der Freitagsgruppe ein Mann. Ich bin mir sicher, dass unser Manfred bei der Einarbeitung behilflich ist, denn was für ein guter Geist in der Freitagsgruppe herrscht, sieht man daran, dass wir seit unserm Bestehen, nur zwei Sportlehrer hatten. In den ersten Jahren war unser Kurt Schorr der ideale Trainer für uns. Anschließend kam unser Georg Proba der seit 25 Jahren dieses Amt ausführt. Er versteht es gut, seine Trainingseinheiten, den in die Jahre gekommen älteren Sportfreunden anzupassen.
Es ist nicht nur eine Begegnung für Gespräche mit meinen Sportfreunden, das mein ereignisarmes Dasein aufhellt, sondern ein gut durchtrainierter Sportfreund, fährt mich bei gutem Wetter mit dem Rollstuhl spazieren. Den steilen Weg hoch zur „Klinge“ meistert er mit Bravour, dann geht es den von unserm Willi Krehl getauften „Grüß Gott Weg“ entlang, vorbei an dem gut gepflegten Garten meiner Schwägerin Ilse, zu den Neubaugebieten der Gemeinde.
Es sie mir erlaubt zu den Neubauten einige kritischen Bemerkungen zu machen.
Zuerst zum Neubaugebiet Neckarterrassen . Hier sah ich einsam das Gartenhäusle von unserm Sportfreund Kurt Rommel stehen. Hier feierten wie oft nach dem Freitagssport den Geburtstag von Sportfreunden. Hier konnten wir unsere Lieder aus unserm abteilungseigenen Liederbuch „Lieder die unseren Weg begleiten“ lautstark singen, mit unserem Georg Proba der uns auf der Handharmonika begleitete. Da draußen störten wir mit unserm manchmal harmonischen Gesang keine Nachbarn.
Dann ging es zum nächsten Neubaugebiet, dem neuen Feuerwehrhaus. Hier frage ich mich, ob der Feuermann der alarmiert wurde, rechtzeitig am Brandherd ist, wenn er durch die vollgestopfte Hauptstraße fahren muss, und warum brauchen wir eine „Berliner Mauer“ in Neckarweihingen? Bei unserer Spazierfahrt durch den Ort treffen wir auch manchen alten Bekannten, um ein Schwätzle von früher zu machen. „Wir machten alles besser, ach was waren wir für Kerle!!!!“ Nicht zu Lange. Zu Hause wartet oft eine nette Therapeutin zur Krankengymnastik oder eine liebe Betreuerin die mit Mittagessenauf mich wartet.
Zum Schluss zum tiefsten Punkt von Neckarweihingen an dem das neue Alten- und Pflegeheim gebaut wird. Hier empfehle ich der Heimleitung in einen PKW zum Transportieren von Rollstuhlfahrer zu investieren, dass die im Rollstuhl sitzenden in den Genuss kommen, mit ihren Angehörigen, die reizvolle Spazierwege, auf der Höhen in den Weinbergen besuchen zu können.
Dem TVN wünsche ich für die Zukunft weiterhin viel Erfolg, aktive Mitglieder und eine gute visionäre Vereinsleitung. Den Abteilungen die zurzeit aus Altergründen etwas Schwierigkeiten haben wünsche ich geeignete und engagierte Mitglieder um den Aufgaben im TVN gerecht zu werden.
Mit Sportgruß Ihr TVN Ehrenmitglied
Manfred Lechler
Der Abteilung „Zweiter Weg“ gehören über 250 Vereinsmitglieder an. Viele von ihnen treffen sich wöchentlich in 7 verschiedenen Gruppen zum Ausgleichssport und zur Gymnastik, um sich fit und vital zu halten.
Die einzelnen Gruppen sorgen dafür, dass außerdem über das Jahr eine Vielzahl von Ausflügen, Besichtigungen, Wanderungen und Exkursionen organisiert und angeboten werden. Das Besondere: Viele Mitglieder werden hier aktiv, um eine solches Ereignis für die Gruppe zu planen und durchzuführen. Das kommt allen zugute, denn die Bandbreite des Angebots ist enorm groß.
Insbesondere die „Freitagsgruppe“ hat ein umfangreiches Jahresprogramm, das für 2011 in großen Teilen jetzt schon „erledigt“ ist. Daraus hier einige Beispiele:
Seit 1991 trifft sich diese Gruppe jährlich im Januar in der Zehntscheuer in Poppenweiler zu einem Rückblick auf das vergangene Jahr. Bei einem schönen Essen und gemütlichem Zusammensitzen mit Bildvortrag lässt man die Erlebnisse vom Vorjahr noch einmal Revue passieren. Zur Unterhaltung wurden Gedichte vorgetragen, Spiele gemacht und getanzt (Bild 1). Höhepunkt war die Verleihung des Deutschen Sportabzeichens an einige Sportkameraden (Bild 2).
Anfang Februar wurde das Hauptstaatsarchiv Stuttgart besichtigt. Das Archiv sorgt dafür, die archivalische Überlieferung Baden-Württembergs als Teil des kulturellen Erbes zu sichern, zu erhalten und jedem Interessierten zugänglich zu machen. Bei einem Rundgang durch die sonst nicht öffentlich zugänglichen Magazine und die Restaurierungswerkstatt konnte Einblick in die Schatzkammer der württembergischen Geschichte genommen werden. U.a. wurde auch ein Plan der Neckarweihinger Neckar- brücke aus dem Jahr 1729 gezeigt (Bild 3). Anschließend wurde auch noch das Haus der Geschichte besucht (Bild 4).
Am 7. April wurde eine Führung in der Außenstelle Ludwigsburg des Bundesarchivs angeboten, einer zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen (Bild 5). Anschließend führte Dr. Sing fachkundig über den Alten Friedhof von Ludwigsburg (Bild 6).
Im Juni fand die große Dreitagereise nach Thüringen statt. Die Gruppe besuchte mittelalterliche Städte wie Eisenach mit der Wartburg, die Landeshauptstadt Erfurt, ein Bilderbuch der deutschen Geschichte, Weimar mir dem Goethe-Schiller-Denkmal (Bild 7), das vorübergehend Heimat von Berühmtheiten wie Schiller, Goethe, Bach, Luther, Cranach, Herder und List war.
Man ließ sich aber auch von der schmackhaften, deftigen Thüringer Küche verwöhnen. Spezialitäten wie Thüringer Bratwürste, Rostbrätl, Sauerbraten oder die viel gerühmten Thüringer Klöße mussten unbedingt einmal probiert werden.
So wurden Geist und Magen gleichermaßen trefflich verwöhnt (Bild 8).
Im Juli wurde ein Ausflug nach Tübingen organisiert. Überall in der malerischen Altstadt mit ihren romantischen Gassen und heimeligen Plätzen stieß man auf Erinnerungen an bedeutende Dichter und Denker und auf historischen Charme (Bilder 9, 10). Trotzdem bleibt der Eindruck einer lebendigen Stadt mit pulsierendem Leben.
Das war nur ein kleiner Auszug aus dem Jahresprogramm 2011 der Freitagsgruppe. Weitere Berichte werden folgen.
23.9.11 mw, msch